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Skiroller Bergtraining im Montafon

Stefan Eich

Am 29.09.2019 habe ich meinen nächsten Wettkampf, einen Skiroller 12-km-Berglauf in der klassischer Technik in Liberec/Tschechische Republik. Dieses Rollski Rennen ist die letzte Station der Efisan Skiroll Classics und heißt „Jested“, benannt nach der erhobenen Sehenswürdigkeit von Reichenberg.

Da es in unserer Gegend ziemlich mau mit Bergen, bzw. Bergstrecken ausschaut, nutzten wir das schöne Wetter um uns kurzfristig einen Ausflug ins schöne Montafon zu gönnen. Die Übernachtung war in Bartholomäberg geplant, was auch gleichzeitig  2 Ziele meiner Skiroller Trainingseinheiten darstellte.

Außergewöhnlich bei den ersten beiden Trainingseinheiten war, dass ich bergauf samt meinem neu erworbenen „Skyver“ nach oben rollerte. Der Skyver ist ein Fahrrad, ohne Pedale und Sattel, dass sich so zusammenklappen lässt, dass es an/in/auf einen Rucksack passt. Der Rucksack hat dann ein Gewicht von ca. 8 kg, stört aber absolut nicht dabei, wenn ich im Diagonalschritt laufe. Außer beim Doppelstock, da muss ich schon relativ hüftnah den Schub abbrechen, weil ich mit dem Beugen des Oberkörpers sonst mit den Ellenbogen zu nah am Rucksack dran bin. Den Skyver verwende ich, da ich zwar (fast) überall rauf rollern kann, aber dann entweder von oben abgeholt werden muss, was meine Frau zum Glück recht häufig macht, oder die gleiche Strecke zu Fuß runter gehen darf. Auf dem Bild könnt ihr euch einen kleinen Eindruck davon machen, von was ich eben erzählt habe! ;-)

 

Aber nun zur 1. Trainingseinheit:

Diese startete in Sankt Anton im Montafon auf 623 hm. Schon vom Start an geht es steil bergan, so dass ich nach 5 km schon 460 Hm absolvierte. Insgesamt waren es dann 8,63 km mit insgesamt 638 Hm bis es dann in Bartholomäberg/Innerberg an der Kirche endete. Gebraucht habe ich 1:03 Std., bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,2 km/h und einem Maximalpuls von 171 bei einem Herzfrequenzdurchschnitt von 161. Was ich an Kalorien verbrannt habe, wird, denke ich, keinen interessieren. ;-)

Den Skyver habe ich schon extrem gemerkt, vor allem der Druck auf den Schultern erwies sich nach einer gewissen Zeit als unangenehm. Aber ich habe an den Trainingseffekt gedacht und es tapfer ertragen. War ja auch Premiere, damit zu trainieren, und evtl. gewöhne ich mich irgendwann mal richtig daran!? :-) 

Es war eine sehr sehr anstrengende Rollski Trainingseinheit. Die Skala „Trainingseffekt“ von Garmin hat diese Einheit als 5.0 Überbelastung bewertet.

An der Kirche habe ich dann den Skyver hergerichtet und ausreichend Flüssigkeit zu mir genommen. Bartholomäberg ist ein Bergdorf und über 3 Straßen, von 3 Seiten erreichbar. Von Innerberg bin ich dann Richtung Silbertal abwärts geskyvt. Die Skiroller und die Stöcke hatte ich sicher im Rucksack verpackt. Es war ein gemütliches Abfahren, da ich permanent bremsen musste. Denke, dass diese 3 km die Bremsscheiben fast zum glühen gebracht haben. ;-)

Am Ende der Innerberger Straße dann das Spiel in umgekehrter Reihenfolge. Die Skiroller, es waren 3-rädrigen Stamina, alle Räder mit Rücklaufsperre, wieder ausgepackt und den Skyver wieder in den Rucksack. 

Trotz der Erholungszeit des Abfahrens fühlte ich mich richtig matt und so begann ich die 2. Trainingseinheit, zurück nach Bartholomäberg, mit einer Herzfrequenz von 126, die sich zwar während den ersten 70 flachen Metern auf 118 senkte, aber ab da ging es wieder steil bergan. Es waren genau 3 km mit 300 Hm, bevor es leicht bergab zum Etappenziel weiter ging. Diese 3 km waren so schwierig, dass ich mir eher wie ein Tourengeher, als ein Langläufer vorkam. Es war kein Gleiten möglich, sondern ein rein schnelles (?) Gehen. Auch die Kraft und die nötige Herzfrequenz konnte ich nicht mehr aufbringen, so fertig hat mich wohl die erste Einheit gemacht. Selbst die leichte Abfahrt war anstrengend. Und der schwere Rucksack haben es nicht entspannter gemacht, da es bei höherer Geschwindigkeit auch eine Gleichgewichtssache wurde.

Am Ziel habe ich die zurückgelegten 6 km in 40:30 Min. absolviert (wobei ich für die ersten 3 km 31.07 Min benötigte!). Gesamt waren es 364 Hm und eine Durchschnittsgeschwindigkeit (dank der 50%igen leicht abschüssigen Strecke) von 8,9 km/h. Den Maximalpuls schaffte ich nur auf 160 und 148 Durchschnitt. Für diesen Trainingstag hatte ich genug, freute mich auf die Infrarotkabine und die anschließende Dusche. :-)

 

Geschlafen hatte ich gut und für den 2. Trainingstag nahm ich mir die Strecke von Sankt Gallenkirch nach Gargellen vor. Eine Straße, die permanent, ohne Flachstücke, nach oben führt. Da Heidi oben auf mich warten wollte, konnte ich ohne zusätzlichen Ballast starten. Es begann recht human wurde aber schon nach 800 m extrem. Von da ab ging es relativ gleichmäßig steil nach oben. Ich fühlte mich gut, fand schnell einen guten Rhythmus und rollerte, teils lächelnd, die insgesamt 9,24 km bis zum Parkplatz der Schafberg-Bergbahn. Ziel war, es in einer Stunde zu schaffen. Meine Uhr konnte ich nach 59 Minuten und 47 Sekunden stoppen. :-)

Am Schluss waren es 689 erklommene Hm, einen erreichten Maximalpuls von 171 und einen Durchschnittswert der Herzfrequenz von 161. Habe es geschafft, ständig im Schwellenbereich von 163-166 Schlägen/Min. zu bleiben. Einzig die letzten 2 Minuten bin ich drüber gegangen. Aber da ist es ja egal

Das Wetter war sonnig mit leichter Bewölkung und beide Trainingstage stärken mich für das nächste Skiroller Rennen!

 

Skiroller Rollski Training im Montafon